Kadett C
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    Vorgeschichte

    Ich habe diesen Bereich Vorgeschichte genannt, weil sie sie mit Ereignissen zusammenhängt,
    die vor meiner Zeit geschehen sind.

    Das erste Fahrzeug meines Vaters war ein Fiat Jagst 2 (770ccm) mit 25 PS und damals ein VW-Käfer-"Jäger",
    die auch so um die 25 PS hatten und anschließend dann mit 34 und mehr PS gebaut wurden.



    Um mit diesen Fahrzeugen mithalten zu können, wurden an dem Fiat Veränderungen vorgenommen.
    Tuning in der Art wie wir es heute kennen, gab es damals noch nicht.
    Also wurde beim Fiat aus der vorderen Querblattfeder eins von drei Blättern entfernt.
    Hinten wurden die Schraubenfedern mit der Flex bearbeitet und schon war das Fahrzeug tiefer.
    Die Monroe Stoßdämpfer halfen, dass Fahrwerk in den Griff zu bekommen, konnten aber die
    damalige Hecklastigkeit von Fiat (u. a. auch Porsche und VW) nicht wirklich in den Griff bekommen.
    Das heißt, dass Auto neigte sehr schnell zum Übersteuern und meistens waren Dreher nicht zu verhindern.
    Mangels PS konnte man die Querfahrt auch mit Gas geben nicht korrigieren.
    Der Fiat ließ sich nach Angaben meines Vaters wie ein Kart fahren.

    Auch der Innenraum wurde bearbeitet. Schalensitze wurden von Emil Hörner angefertigt und eingebaut
    (E. Hörner war Co-Pilot von Max Deubel. Beide waren Motorradgespannweltmeister von 1961 - 1964!)
    Ein Lederlenkrad von Abarth sollte zukünftig die Richtung mitbestimmen
    und in der selbst erstellten Mittelkonsole wurde ein Informationszentrum errichtet.
    Auf den 5 J x 12 Borani-Felgen wurden Reifen der Größe 155 x 12 verwendet.
    Da der Felgenstern umgeschweißt wurde, wurde auch eine Spurverbreiterung erreicht, die dazu führte,
    dass vorne und hinten die Radkästen verbreitert werden mussten.
    Nachdem ein Motorschaden jedes Weiterkommen verhinderte, ein Verkauf nicht möglich war
    und ein BMW 2002 bereits vor der Türe stand, wurde dass Auto abgegeben.
    Über den Verbleib ist nichts bekannt.

    Auch der BMW wurde einer Kur unterzogen. Noch während der Bundeswehrzeit meines Vaters
    wurden die Kotflügel „beschnitten“. Vorne rechts einfach nur den Radausschnitt vergrößert mussten hinten
    schon größere Maßnahmen durchgeführt werden, da auch hier der Radausschnitt vergrößert wurde.
    Allerdings musste hier der Innenkotflügel der Radabdeckung angepasst werden.
    Anschließend wurden die damals gängigen Kotflügel aus GFK
    mit Nieten angebracht, verklebt und verspachtelt und der Wagen neu lackiert (GS-Farben).
    Im Innenraum kamen Schalensitze, Sportlenkrad und ein Überrollbügel zum Einsatz.
    Die Umgeschweißten Stahlfelgen, auf dessen Stern 5 J x 13 stand, hatten eine tatsächliche breite von 7 J x 13.
    Es wurden Reifen der Größe 185/70 x 13 gefahren.



    Das Fahrzeug wurde kurz vor Ende der Bundeswehrzeit meines Vaters vom Parkplatz der Kaserne
    in Marburg entwendet und ganz in der Nähe gegen einen Baum gefahren und durch Wandalismus zerstört.
    Ein Wiederaufbau war aufgrund der Schäden nicht möglich, so dass das Fahrzeug verschrottet wurde.



    Ein Opel Kadett A (heute eine Rarität) musste einen kurzen Zeitraum bis zum nächsten BMW überbrücken.
    Der Frontspoiler an diesem Auto war eine Eigenanfertigung aus einem Stück Blech, welches lediglich
    mit dem Hammer und anschließend mit Farbe bearbeitet wurde.
    Des weiteren wurde ein 32´er Lederlenkrad verbaut, allerdings musste es wegen polizeilicher Bedenken
    wieder ausgebaut werden.



    Ein BMW 1802, der schon vom Werk her einige Macken hatte und öfters in der Werkstatt stand,
    war auch nur ein Intermezzo. Auch dieser wurde sportlicher hergerichtet, jedoch nicht so wie sein Vorgänger.
    Ein nicht verschuldeter Auffahrunfall oberhalb von Quiddelbach und der Mangel an Spaß mit diesem Auto
    verkürzte seine Anwesenheitszeit. Er wurde verkauft.



    Irgendwann dann Anfang 1977 in der Zeit des Golf GTI, Escort 2000 RS und Opel Kadett GT/E
    fiel die Entscheidung für den Kadett.
    Die Lieferung erfolgte, nachdem Sonderausstattungen wie 5-Gang-Getriebe von ZF, Sperre mit 40 %,
    Recaro Schalensitze, einfarbig Signalgelb, direkt ab Werk mitbestellt wurde, Ende Mai 1977.
    Damaliger Preis: 13.915,46 DM. Am 06.Juni 1977 erfolgte die Erstanmeldung.



    Von Anfang an ein für die damalige Zeit und zu diesem Preis erhältliches Auto eine gute Entscheidung
    was Fahrspaß und Sportlichkeit anging.

    Ich selbst habe dieses Auto kennen gelernt, als es bereits 1 Jahr und fast einen Monat
    im Besitz meines Vaters war. Ich bin zunächst mit ihm aufgewachsen.

    1977 noch wurde der erste Slalom mit diesem Fahrzeug in Troisdorf in serienmäßigem Zustand gefahren.
    Die Zeit war nicht der Rede wert und lag 4 Sekunden hinter der Spitze.



    Für den nächsten Slalom wurden Kleber Sportreifen mit der Größenbezeichnung der
    Originalreifen 175/70 x 13 verwendet. Dieser fand auf dem Plaza-Gelände in Porz statt.
    Der Abstand war immer noch 2 Sekunden aber auch nur Platz 8 in der Klasse.

    Der letzte Slalom 1977 wurde in Köln unter der Zoobrücke gefahren. Platz 4, jedoch einmal verschaltet.

    Zu Weihnachten 1977 schenkte sich mein Vater dann einen Satz rote Koni-Stoßdämpfer.

    In den Folgejahren wurden einige Slalom gefahren. Vordere Plätze wurden häufig erreicht.
    Sogar Wertungsgruppensiege sind mit dem Fahrzeug verbucht worden.
    Aber auch AdW-Fahrten mussten hingenommen werden.
    Spitzen der Unsportlichkeit waren Proteste anderer, die Proteste wegen eigener Unfähigkeiten
    gegen Fahrer einlegten, die Spoiler des 2.0 Liter Kadett angebaut hatten oder wie in Schwelm,
    wo ein Protest wegen nicht vorhandener Ventilabstützungen vom Protestführer Siegfried von der Graben
    aus Wuppertal zum Erfolg führte, der sich damit den ersten Platz der Klasse erkauft hatte.



    Auch einige Runden auf dem Nürburgring (ab 1977) während den Toursitenfahrten hat dieser Kadett gut überstanden.
    Damals fand die Hatz zwischen Golf GTI, Escort 2000 RS und Kadett statt.
    Schon damals "jagte" man sich, stand aber dazu. Heute ist es das selbe, aber angeblich was anderes.
    Es war ein munteres Treiben Gleichgesinnter. Die Zeiten sind leider vorbei!



    Ein Crash auf dem Ring ist jedoch obligatorisch. Dieser fand in der Klostertal-Kurve statt.

    Mit untersteuerndem Fahrverhalten unterwegs flog vor der Klostertal-Kurve ein Motorradfahrer von hinten heran
    und war schon jenseits von gut und böse, bevor er sein Motorrad in die Kurve legte und rechts überholte.
    Um eine Kollision zu verhindern, wurde durch meinen Vater der Kurvenradius erweitert.
    Zum Kurvenaußenrand hin jedoch war Schmutz und Reifenabrieb, was das Untersteuern noch erhöhte.
    Ein Dreher konnte nicht mehr eingeleitet werden und so schoben die Vorderräder über den Kurb
    und den Randstreifen zur Leitplanke.
    Vorne links der Kotflügel und das hintere Seitenteil wurden leicht in Mitleidenschaft gezogen.

    Zu einem späteren Zeitpunkt verursachten während einer Runde über die Nordschleife Öldruckprobleme
    im Karussel einen kapitalen Motorschaden.
    Das Auto musste unmittelbar hinter dem Karussel abgestellt werden und wurde von Michael Martini,
    Sohn des legendären Willi Martini, abgeschleppt.

    Im September 1980 wurde ein Spoiler von Kamai in die Papiere eingetragen, sowie Leichtmetallfelgen
    der Marke BBS (Typ 2900835) in der Größe 6 x 13.

    Erst im April 1985, nach Abschluß der Einsätze im motorsportlichen Bereich, wo der Kadett immer
    bei den Serienmäßigen Fahrzeugen startete, wurde das Fahrzeug durch Mantzel-Federn um 60 mm tiefergelegt.
    Die Tieferlegung verlangte gleichzeitig den Einbau von kurzen einstellbaren (gelben) Koni-Dämpfern
    (Vorderachse: 82 P 2085 ; Hinterachse: 82 P 1668).
    Weiterhin wurden über ein Mantzelgutachten Reifen der Größe 205/60/13 auf einteiligen 6 x 13 Fuchsfelgen freigegeben.

    Nach fast 15 Jahren, davon die letzten 6 Jahre nur noch im Sommer gefahren, verschwand am 23. Oktober 1992
    das Auto dann von öffentlichen Verkehrsflächen.

    Ca. 14 Jahre hat es gedauert, bis ich meinen Vater soweit hatte, das Auto wieder nach Hause zu holen.

    Da es keinen Sinn macht, ein Auto fast 30 Jahre alt werden zu lassen und dann direkt in Betrieb zu nehmen,
    stehen vor der Inbetriebnahme jedoch einige Arbeiten an.
    Über diese Arbeiten werden wir hier auf unserer Seite weiter Berichten.

    Die erste Ausfahrt wird auf jeden Fall noch im Jahr 2006 erfolgen.


    Sicherlich ist es kein Fahrzeug, welches mit heutigen –unter erheblichem finanziellen und
    zeitlichen Aufwand neu aufgebauten- Fahrzeugen gleichen Typ´s konkurrieren kann.
    Es ist ein Fahrzeug, welches bereits ein Leben hinter sich hat und ohne großen Aufwand wieder
    in Betrieb genommen werden kann.
    Gebrauchsspuren sind natürlich vorhanden.

    Fakt ist aber auch, dass es ein Fahrzeug aus dem Jahr 1977 ist, welches nicht serienmäßige Schweißnähte
    von lediglich ein paar cm hat.
    Diese waren erforderlich, da durch das harte Fahrwerk Risse im Blech aufgetreten sind.
    Ansonsten ist bis heute nichts an dem Fahrzeug ersetzt worden!


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